Schwieriger Umgang mit Täterorten

Nicht nur am Obersalzberg, auch an der Nazi-Siedlung in der BND-Zentrale Pullach ist Bayerns Denkmalschutz interessiert

  • Von Rudolf Stumberger, München
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Am Obersalzberg sollte Gras über die Reste von Hitlers »Berghof« wachsen, in Pullach lag lange der Mantel des Geheimen über der sogenannten Bormannsiedlung mit Führerbunker. Erst seit kurzem kümmert sich Bayerns Denkmalschutz um diese Areale.

Reste der alten Bauten sind in das heutige Dokumentationszentrum Obersalzberg einbezogen.

»Täterorte. Zum schwierigen Umgang mit Relikten der NS-Vergangenheit«, lautete vor einiger Zeit der Titel einer Tagung des Instituts für Zeitgeschichte auf dem Obersalzberg. Der Ort erschien den Veranstaltern prädestiniert für eine solche Tagung: jener Berg bei Berchtesgaden, auf dem einst das Privathaus Adolf Hitlers und später dann die Bauten des zweiten Machtzentrums der Nazis neben Berlin standen – SS-Kaserne, das Gästehaus, die Verwaltung, die Privathäuser anderer Nazi-Größen samt umfangreichem Bunkernetzwerk im Boden.

1933 hatte Hitler hier mit den Geldern aus den Tantiemen für sein Buch »Mein Kampf« ein Anwesen, den »Berghof«, erworben. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde der Obersalzberg nach und nach zu einem repräsentativen Wohnsitz und zur Schaltzentrale in den Alpen ausgebaut.

Ein »Zwei-Säulen-Modell«

Die Anwohner wurden durch Kauf oder Enteignung vertrieben, der »Berghof« wurde umgebaut und mit ein...


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