Telefoniert wird im Café gegenüber

BND-Verantwortliche vermissen Bauunterlagen und Politiker Antworten nach dem Warum

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Zumindest das ist sicher nach dem Verschwinden von Bauplänen für die neue Zentrale des Bundesnachrichtendienstes (BND), der ab 2014 bis 2016 nach Berlin-Mitte umziehen soll.

Die neue BND-Zentrale, ein »Fremdkörper im Kiez«, sagt die Anwohnerinitiative Invalidenstraße.

Wer einen Ziegelstein oder ein Abflussrohr auf die 280 mal 150 Meter große Baustelle an der Berliner Chauseestraße bringen will, der braucht mindestens Ü 1. Das ist die geringste Überprüfungsstufe. Wer dagegen, weil mit Bauleiteraufgaben betraut, Ü 3 benötigt, wird – so wie Familie und Freundschaft – gründlichst durchleuchtet. Mindestens drei Bürger müssen bestätigen, dass der oder die Geheimnisträgerin »sauber« ist.

Ein Sichtzaun verhindert Einblicke auf die Baustelle. Keine Kamera darf aufs Gelände. Wenn einer der Bauleute telefonieren will, muss er in eines der rings um das Gelände entstandenen Cafés gehen. Am besten vielleicht ins »Top Secret beim BND«, das in der Nähe offenhält und sich schon auf echte Agenten aus allen Ländern...


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