Heilmittel noch nicht gefunden

Zu wenig Gewerkschaftsmitglieder, fehlende Tarifbindung, sinkende Löhne – die Symptome sind klar, es mangelt an Gegenstrategien

  • Von Mirko Knoche
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Warum verdienen Arbeiter und Angestellte in Deutschland immer weniger Geld? Zwar gab es 2010 eine Reallohnsteigerung von einem Prozent, während in den anderen EU-Mitgliedsstaaten die Löhne abzüglich der Inflation stagnierten. Doch das war einzig dem deutschen Exportboom geschuldet, der zu Lasten der europäischen Nachbarstaaten und ihrer Handelsbilanzen ging. Tatsächlich sank das reale Lohnniveau in der Bundesrepublik in den letzten zehn Jahren um vier Prozent. Und das, obwohl die Tariflöhne inflationsbereinigt um fast sieben Prozent stiegen, wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der DGB-nahen Hans-Böckler-Stiftung ermittelte .

Nur noch 52 Prozent der Lohnabhängigen werden in Deutschland nach Tarif bezahlt. Das erklärt die große Spanne zwischen Tarif- und Effektivlöhnen. Im Exportsektor ist dagegen eine paradoxe Situation entstanden: In der Chemie- und Metallindustrie stiegen die Löhne so weit an, dass auch ...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.