Hexen, Zikaden und die Dornen-Ernte

Shimmer Chinodya beschwört ein traditionelles Afrika

  • Von Uwe Stolzmann
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Man stelle sich vor, wie Shimmer Chinodya in Schloß Wiepersdorf an diesem Roman schrieb, »Zwietracht«, ein schwarzer Autor in Brandenburg – Gast auf dem Gut derer von Arnim, wie er dort vor ein paar Jahren die dunkle Heimat beschwor, Simbabwe, Regenmacher und Hexen, in lieblicher preußischer Ödnis. Größere Distanz zwischen Schreibort: kaum denkbar.

Chinodya (53), Fährmann zwischen zwei Welten, gehört zu den wenigen Stimmen, die aus Schwarzafrika zu uns dringen. Der Titel seines jüngsten Romans verheißt eine Abrechnung mit dem Regime Mugabes, aber der Diktator kommt nicht vor. Chinodya liefert vielmehr ein Sittenbild, porträtiert eine Familie namens Gwanangara.

Auf zwei Ebenen porträtiert er sie, über gut 150 Jahre. Eine Ebene ist die Zeit ab 1980; in jenem Jahr wurde Simbabwe nach blutigem Kampf unabhängig. Chinodya beschreibt den Kampf mit Bitterkeit: »Ein heftiger Bürgerkrieg wütet durch das Land; die Luft ist gesättigt mit einem...


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