Sozialist verharmlost Franco-Diktatur

Parlamentspräsident Bono unterschlägt am Jahrestag des Putsches die Opfer / Angehörige empört

  • Von Ralf Streck, San Sebastián
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Eigentlich hatten alle eine Verurteilung des Putsches von 1936 erwartet. Doch Spaniens sozialistischer Parlamentspräsident José Bono erwähnte in seiner Rede zum 75. Jahrestag die Opfer Francos mit keinem Wort. Das sorgt für Empörung.

Der Unmut ist groß: Die Vereinigung für die Wiederherstellung der historischen Erinnerung (ARMH) wirft Parlamentspräsident José Bono von der regierenden Spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) vor, als »einer der höchsten Amtsträger im Staat« die Opfer der Diktatur »verachtet« zu haben.

Bono hatte am vergangenen Montag eine Rede zum 75. Jahrestag des Militärputsches gehalten, der Spanien in einen blutigen Bürgerkrieg stürzte und dem Land eine fast vier Jahrzehnte andauernde Diktatur bescherte. Eine Verurteilung des Putsches hielt der Politiker indes nicht für nötig.

Empörung ruft zudem hervor, dass auch die Opfer der Diktatur nicht erwähnt wurden, sie würden stattdessen nach wie vor »nicht tolerierbar an den Rand gedrängt«. »Der Betrug des Parlamentspräsidenten ist unverständlich, denn er hatte versichert, einen Text vorzubereiten, in dem der Staatsstreich von General Franco am 18. Juli 1936 verurteilt w...


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