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Herbizidskandal in Amazonien

Das Entlaubungsgift 2,4 D ist zwar nicht »Agent Orange«, aber doch gefährlich

  • Von Norbert Suchanek, Rio de Janeiro
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.

Illegale Rodungen, auch mit Hilfe von Entlaubungsmitteln, sind in Brasilien nach wie vor an der Tagesordnung. Mit der großflächigen Verseuchung Vietnams mit dem Herbizid »Agent Orange« durch die USA ist diese Praxis aber nicht zu vergleichen.

Vergangenen Juni im brasilianischen Bundesstaat Amazonas: Kontrolleure der staatlichen Umweltbehörde IBAMA entdeckten im Regenwald unweit vom Rio Acari Dutzende von mit einer Plane abgedeckten Kanistern mit insgesamt vier Tonnen der Herbizide »2,4 D Amina 72«, »U 46 BR« und »Garlon 480«. Die Kontrolleure beanstandeten die mangelhafte Lagerung der giftigen Pestizide. Sie vermuteten zudem, die Gifte sollten per Flugzeug zur illegalen Rodung von Regenwaldflächen versprüht werden. Der Verantwortliche, ein Rinderzüchter aus dem Nachbarstaat Rondônia, werde wegen Verstoßes gegen das Umweltgesetz angezeigt.

Dieser in Brasilien ziemlich alltägliche Vorfall wurde nun weltweit Schlagzeile, weil irgendjemand in der »Informationskette« zwischen Brasilien und Europa das Skandalwort »Agent Orange« ins Spiel brachte. Während des Vietnamkriegs ließ die US-...


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