Gewirke im Gewächshaus

Israelische Künstlerinnen stellen in der Ateliergemeinschaft Milchhof aus

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Glashaus statt White Cube lautet seit längerem schon die Devise im Hof der Ateliergemeinschaft Milchhof in der Schwedter Straße. Auf der Grünfläche vor der ehemaligen Schule muten ein früheres Gewächshaus und ein halb gläserner, halb massiver Pavillon wie außerirdische Objekte an, die zu einem Zwischenbesuch hier gelagert sind. Bespielt werden sie in diesem Sommer von einer Installation der Bildhauerin Katinka Theis und einem Austauschprojekt mit drei israelischen Künstlerinnen. Die Transparenz des Ausstellungsambientes korrespondiert dabei mit den künstlerischen Arbeiten selbst.

Ayelet Carmi etwa hat große, aber dennoch filigran anmutende Flugkörper halb artifizieller, halb natürlicher Herkunft in den Pavillon gebracht. Von Licht und Luft erfüllt scheinen die Schwingen dieses Objekts zu schweben.

Ähnlich zart gewirkt sind die Zeichnungen, die Hilla Ben Ari auf bereits ornamental strukturiertes Papier bringt. Zwischen dem neu aufgebrachten Liniengefüge, das zu Figuren und geometrischen Formen organisiert ist, und dem Grundornament besteht eine Kluft, in die ganze Universen eindringen können.

Etwas massiver wirken im Vergleich dazu die Knoten- und Schlingenkonstellationen von Maya Attouns. Weil sie aber, wie auch Darstellungen von Mess- und Wägeinstrumenten, sorgfältig ausbalanciert im Bild platziert werden, stellt sich der Eindruck schwebender Leichtigkeit ein.

»Scales and Measures« ist diese Ausstellung durchaus zu Recht übertitelt. Sie stellt den Gegenbesuch von drei israelischen Künstlerinnen im Rahmen des Projekts BETA dar. Im letzten Jahr waren die bereits renommierten Berliner Künstlerinnen Nicole Schuck, Miriam Vlaming und Susanne Weirich in Israel zu Gast. Etwas negativ ins Gewicht fallen bei diesem Ausstellungsprojekt allenfalls die doch recht kleinen Dimensionen des Pavillons, die einen größeren Einblick in die Arbeiten der Künstlerinnen verhindern. Gerade Carmi, die zuletzt in der Pekinger Niederlassung des Berliner Galeristen Alexander Ochs vorgestellt wurde, hat sich bereits ein durchaus bemerkenswertes Oeuvre zugelegt. Der Pavillon ist also kaum mehr als ein Appetizer.

Im Gewächshaus ist die wellenartige Schatten werfende Skulptur »Return« von Katinka Theis zu sehen. Das Licht fällt auf eine Skulptur aus gebogenen und verzinkten Eisenstangen, die wie eine Flamme wirkt und je nach Lichtverhältnissen wechselnde Negativabbilder auf den Boden projiziert. Seinen größten Reiz entfaltet dieser gläserne Lichtkubus freilich, wenn die Umgebung in tiefer Nacht versinkt.

Gewächshaus und Pavillon erzielen also auch über die eigentlichen Öffnungszeiten hinaus Wirkung. Das stellt den größten Vorteil gegenüber der herkömmlichen Galerieinfrastruktur dar. Nachdem der Pavillon in den letzten Jahren vor allem mit schnellen und hochfrequenten Präsentationen der Mitglieder der Ateliergemeinschaft und befreundeten Künstlern bespielt wurde, öffnet sich dieser Raum nun zusehends auch für Andere. Längere Ausstellungsfristen sorgen dafür, dass man nicht mehr das Gefühl haben muss, dem schnellen Rhythmus der Veranstaltungen ohnehin nicht mehr folgen zu können und ihnen deshalb gleich ganz fern bleibt.

Ateliergemeinschaft Milchhof, Schwedter Str. 232, »Return« bis 21.8, »Scales and Measures« bis 27.8.

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