Viele Ägypter verspüren Genugtuung

Husni Mubarak und seine Söhne sitzen ab heute in Kairo auf der Anklagebank

  • Von Juliane Schumacher, Kairo
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Auf diesen Tag haben Millionen Ägypter gewartet – und oft gezweifelt, dass er tatsächlich jemals kommt: Heute beginnt der Prozess gegen Ex-Präsident Husni Mubarak.

Es bedurfte 18 Tage heftiger Proteste: Am 11. Februar trat Ägyptens Präsident widerwillig zurück. Mubarak floh in die Ferienresidenz in Scharm el-Scheich und wurde kurz darauf unter Hausarrest gestellt. Ein Ringen um die Prozesse begann: Während Ägyptens Übergangsregierung international dafür gelobt wurde, wie schnell sie die juristische Aufarbeitung des alten Regimes voranbringe, wuchsen in Ägypten selbst Ungeduld und Ärger über die wiederholte Vertagung von Prozessen gegen ehemalige Regierungsmitglieder oder gar deren Freispruch. Insbesondere im Fall Mubarak wurden Vorwürfe laut, das Militär, das seit Jahrzehnten die Politik Ägyptens mitbestimmt, wolle den ehemaligen Militär Mubarak vor einem Prozess schützen.

Immer wieder war es politischer Druck von der Straße, der das Verfahren voranbrachte: Am 24. Mai, wenige Tage vor einer neuerlichen Großdemonstration, veröffentlichte der Staatsanwalt die Anklage gegen Mubarak. Sie umfasst ...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.