Hans-Dieter Schütt 20.08.2011 / Kultur

Leise rieselt das Weh

Salzburger Festspiele: Handkes »Immer noch Sturm«

Des Theaters berühmteste Landschaftsmalereien: der Baumkrüppel in Becketts »Warten auf Godot«, die Heide in Shakespeares »König Lear«. Nackte, letzte Gegenden. Letzte Gegenden sind auch mögliche erste. Was wächst, wächst auf Gestorbenem. Wir stehen auf Schultern von Toten. Ächzen sie? Sie lächeln: Allen Schmerz sind sie los – wie wir mit ihm umgehen, macht ihren Frieden aus.

Einer, »Ich« genannt, steht jetzt oder zeitlos, im kärnten-slowenischen Jauntal oder sonstwo – auf einer Heide. Bei einem Apfelbaum. Er tut das wunderbar Menschen-Mögliche: Er spricht mit Toten, seinen Vorfahren. Slowenen, die in Hitlers Krieg mussten, in diesem Krieg Österreichs Résistance waren und mit dem Frieden doch wieder in die Verlorenheit getrieben wurden; die Sprache geschmäht, der soziale Stand entwürdigt.

Handke baut ihnen einen Palast des unverlierbaren Gedächtnisses. Poesie ist hier Pflicht zur Zuversicht: dass dieser Bewusstbleibens-Palast je...

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