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Radler als Botschafter

Kinderkrebshilfe startete Regenbogenfahrt in Schleswig-Holstein

  • Von Dieter Hanisch, Kiel
  • Lesedauer: 3 Min.

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Sie waren als Kinder an Krebs erkennt – inzwischen können sie problemlos hunderte Kilometer mit dem Rad zurücklegen. 40 Aktive haben sich jetzt im Regenbogen-Trikot auf den Weg von Kiel nach Greifswald gemacht.

Das Unternehmen nennt sich »Regenbogenfahrt« und findet mittlerweile zum 19. Mal statt: Die Stiftung Deutsche Kinderkrebshilfe verabschiedete am Samstag in Kiel bei strahlendem Sonnenschein 40 von der tückischen Krankheit heimgesuchte junge Menschen, die wieder genesen sind und nun ihre Fitness in Form einer rund 580 Kilometer langen Radtour mit dem Ziel Greifswald unter Beweis stellen.

Die Botschaft, die auf sportliche Art und Weise übermittelt wird, lautet: Eine völlige Gesundung ist für Krebspatienten im Kindesalter möglich! Alle Teilnehmer an dem einwöchigen Pedaltrip wollen unterstreichen, dass nach der zunächst niederschmetternden Diagnose die Chancen für einen Heilungsprozess nicht schlecht sind. Mut statt Depression ist für die Behandlung und Therapie ein wichtiges begleitendes Element. Jährlich erkranken bundesweit rund 1800 Kinder an Krebs – dies ist inzwischen keine medizinische Sackgasse mehr.

Vor der Leistungsfähigkeit der genesenen Radler darf man respektvoll den Hut ziehen. Auf der diesjährigen Tour sind auch drei Beinprothesenträger mit dabei. Bevor es dann mit dem gesamten Tross, zu dem auch drei Begleitfahrzeuge (für das Gepäck, die Verpflegung und den Radservice) gehören, auf die Strecke ging, statteten die Aktiven der Kinderkrebsklinik am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel einen Kurzbesuch ab. Mit dabei hatten sie kleine Geschenke, zum Beispiel Kuscheltiere. Auf den Etappen bis zum Zielort wiederholt sich diese Prozedur: So gab es bereits Stippvisiten in Behandlungszentren in Oldenburg/Holstein und Lübeck, ehe sich ab heute Besuche in Schwerin, Wismar, Rostock, Stralsund und schließlich am Zielort Greifswald anschließen, wo am Samstag die »Regenbogenfahrt« endet. Manch einer der jetzt Besuchten wird sich vielleicht in einigen Jahren selbst aufs Fahrrad schwingen. Unterwegs ist die Reisegruppe auch immer wieder zu Gast in Rathäusern, wo Bürgermeister die gute Sache mit unterstützen.

Teilnehmendes Urgestein ist Michael Drews aus Berlin, der bereits beim ersten Ausflug 1993 mit dabei war. Dieser führte mit 17 Teilnehmern von Hannover nach Dresden und stand unter dem Motto »Fahrt auf dem Regenbogen – für Hoffnung auf Heilung bei Krebs«. Das war die Geburt für die Namensgebung der Aktion, die seitdem auf ein positives Echo stößt. Drews ist diesmal Nachzügler, er kommt erst am Mittwoch zu den übrigen »Pedalrittern«, die im ganzen Bundesgebiet zu Hause sind.

Manche haben vorab ein wenig trainiert, andere nutzen das Rad längst als Alltagsfortbewegungsmittel. So zum Beispiel Astrid Zehbe. Mit 16 war bei ihr ein Krebsbefund festgestellt worden, den sie aber nach knapp zwei Jahren als erledigt ansehen konnte. Bereits zum wiederholten Mal hat die heute 28-Jährige das Regenbogen-Trikot übergestreift. Sie führt während der jetzigen Tour ein kleines Reisetagebuch, das auf der Homepage »www.regenbogenfahrt.de« in einem Blog nachzulesen ist.

Übernachtet wird meist in Jugendherbergen. Für kurze Streckenabschnitte können die 40 Aktiven auch vor Ort begleitet werden. Bundesweit engagieren sich über 70 Elternvereine für dieses Thema.

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