Tanz im August

Hypnotischer Sog

  • Von Volkmar Draeger
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Auch das zweite Drittel von »Tanz im August« überraschte mit gleichbleibend hohem Niveau der Gastspiele. Und bot einander ähnelnde Themen – in konträrer Stilistik. Zu den Großen des deutschen Tanztheaters gehört Susanne Linke. Während Pina Bausch gesellschaftlich brisante Fragen im Ensemble auf die Bühne stellte, war Linke meist Interpretin eigener Stücke in der Tradition des Podiumstanzes der Ausdrucksära. Selbst wenn sie mit Gruppe arbeitet, wie jetzt bei »Kaikou«, erinnert die Bewegung an jene Soli. Das japanische Wort für Seelenwanderung inspirierte die Choreografin erst zum Solo für einen Ballett-Tänzer, dies zum Adagietto aus Mahlers 5. Sinfonie. Das im Radialsystem uraufgeführte Trio weitet diese Idee aus, flicht Mahler-Klangschattierungen von Wolfgang Bley-Borkowski ein: als Stück über den herben Weg der Menschwerdung und die Rudimente der tierischen Herkunft am Exempel dreier Männer.

Das vollzieht sich auf atmosphärischer B...


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