Werbung

Mexiko: Massaker im »Casino Royale«

Über 50 Menschen starben bei Brandanschlag in Monterrey / Präsident verurteilt »widerlichen Akt des Terrors«

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Unbekannte Täter stürmten in der mexikanischen Stadt Monterrey ein Spielkasino und steckten es in Brand. Mindestens 53 Menschen starben. Es wird vermutet, dass ein Drogenkartell hinter dem Massaker steckt.

Mexiko-Stadt (AFP/dpa/ND). Kriminelle haben im Norden Mexikos einen Brandanschlag auf das Spielkasino der Stadt Monterrey verübt und dabei mehr als 50 Menschen getötet. Der Gouverneur des Bundesstaates Nuevo León, Rodrigo Medina, sagte dem TV-Sender Televisa am Donnerstagabend, es seien 53 Todesopfer geborgen worden. Womöglich hatten sich die Betreiber des »Casino Royale« geweigert, Schutzgeld an Drogenbanden zu zahlen.

Präsident Felipe Calderón verurteilte die Tat in einer Erklärung auf dem Kurznachrichtendienst Twitter als »widerlichen Akt des Terrors und der Barbarei«. Nach Angaben von Gouverneur Medina verübten sechs Männer den Anschlag, die am Donnerstagnachmittag in zwei Fahrzeugen vor dem Kasino hielten. Dabei hätten sie eine brennbare Flüssigkeit eingesetzt, etwa Benzin. Auch eine Überlebende berichtete, das 1720 Quadratmeter große Kasino sei mit Benzin in Brand gesteckt worden.

Medina äußerte die Befürchtung, dass noch weitere Leichen entdeckt werden könnten. Ein Überlebender sagte in mexikanischen Medien, einer der Angreifer habe »furchtbare Sachen gesagt« und dann geschrien, dass sich alle auf den Boden legen sollten. »Ich weiß nicht, ob Waffen einen solchen Krach machen, aber wir haben einen einen unglaublichen Donnerlärm gehört.« Der Zeuge entkam den Flammen über das Dach.

Der Zivilschutzchef von Nuevo León, Jorge Camacho, sagte, zahlreiche Kasinobesucher seien bei dem Angriff auf die Toiletten oder in Büros geflüchtet statt die Notausgänge zu nutzen. Das Ausmaß des Feuers hätten sie zu spät erkannt. Die meisten von ihnen seien in dem Qualm erstickt.

Bis spät in die Nacht holten Rettungskräfte Tote und Verletzte aus dem in Flammen stehenden Kasino. 45 der Todesopfer – 35 Frauen und 10 Männer – konnten bislang identifiziert werden. Nach Angaben örtlicher Behörden wurden zudem mindestens zehn Menschen verletzt.

Laut Berichten mexikanischer Medien wurden in den vergangenen Monaten mehrfach Bars und Kasinos in Monterrey Ziel der Drogenmafia, weil sie sich weigerten, Schutzgeld zu zahlen.

Präsident Calderón schickte Innenminister Francisco Blake in die Stadt, der die Ermittlungen persönlich leiten soll. Der für Sicherheitsfragen zuständige Regierungssprecher Alejandro Poiré sprach von einem »nicht hinnehmbaren Terrorakt«, der bestraft werde.

Im Ausland löste das Verbrechen bestürzte Reaktionen aus. In Berlin erklärte der stellvertretende Regierungssprecher Christoph Steegmans, Kanzlerin Angela Merkel habe die Nachricht »mit tiefer Erschütterung« aufgenommen. »Wir fühlen mit dem mexikanischen Volk und möchten der mexikanischen Regierung die Anteilnahme der Bundesregierung übermitteln.« Die Präsidentin von Costa Rica, Laura Chinchilla, telefonierte mit Calderón und verurteilte »die feigen terroristischen Taten, die ein Brudervolk mit Blut überziehen«.

Die Industriestadt Monterrey, Hauptstadt des Bundesstaates Nuevo León, galt bis noch vor wenigen Jahren als die sicherste Stadt Mexikos. In den Grenzregionen des Landes zu den USA herrscht jedoch seit Jahren ein blutiger Drogenkrieg, der inzwischen auch in Monterrey angekommen ist. Allein im vergangenen Monat wurden in der mit vier Millionen Einwohnern drittgrößten Stadt Mexikos mehr als 70 Menschen getötet.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!