Leseprobe

»Fragt uns, wir sind die Letzten«

Wie die Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocausts geschrieben und vor allem wie sie interpretiert wird, steht nicht fest, sondern ist und bleibt ein stark umkämpftes Feld. Das zeigen die anhaltenden Auseinandersetzungen um Entschädigungszahlungen der BRD an NS-Opfer ebenso wie die immer wiederkehrenden Darstellungen »der Deutschen« als Leidtragende von Nazis und Krieg oder die Versuche, die DDR mit der NS-Diktatur gleichzusetzen.

Die Erinnerungen von Verfolgten und Menschen aus dem Widerstand helfen uns dabei, Einblick in antifaschistische Perspektiven auf diese Zeit zu bekommen. Sie sind ein bedeutendes Gegengewicht zu herrschenden Geschichtsbildern und auch zu denjenigen Zeitzeugen, die scheinbar von nichts wussten – vor allem nicht von ihrer eigenen Schuld ...

Nicht zuletzt führen uns die Zeitzeugen vor Augen, wie wichtig auch das heutige Engagement gegen Neonazis und menschenfeindliches Gedankengut in der Gesellschaft sowie für emanzipatorische Ideen ist. Vor dem Hintergrund aktueller Debatten zu Immigration und Integration gewinnen die geschilderten Verfolgungsgeschichten eine zusätzliche Brisanz. Sie machen deutlich, wie wichtig es ist, sich auch in den heutigen rassistischen und sozialchauvinistischen Debatten ohne Wenn und Aber gegen Ausgrenzung zu positionieren und diese aktiv zu bekämpfen.

Doch die Möglichkeit der Begegnung mit Verfolgten und Menschen aus dem Widerstand wird es bald nicht mehr geben, Umso dringlicher ist es, mit jenen Menschen ins Gespräch zu kommen, ihr Wissen zu bewahren und gleichzeitig der Öffentlichkeit zugänglich zu machen ... Die vorliegende Broschüre ist die zweite des Arbeitskreises »Fragt uns, wir sind die Letzten«. Die erste ist online über fragtuns.blogsport.de oder als Print-Ausgabe bei der Berliner VVN-BdA erhältlich.

Aus dem Vorwort der Interview-Broschüre »Fragt uns, wir sind die Letzten.« (3 €, zu beziehen über den Berliner VVN-BdA, Franz-Mehring-Pl. 1, 10243 Berlin, Tel.: 030/29 78 41 78 oder per fragt-uns-broschuere@web.de

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