Nazi-Täter in einem Topf mit Opfern

Streit um Gedenktafeln für Kriegstote in der Friedhofskapelle von Mittenwalde

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Er schrieb an alle Fraktionen des Stadtparlaments von Mittenwalde (Dahme-Spreewald) und äußerte seine Bedenken im Juni auch im Sozialausschuss. »Es hat alles nichts genützt«, bedauert der Regionalhistoriker Fred Bruder. Die neue Kapelle ist am Sonntag auf dem Friedhof der Stadt eingeweiht worden – mit vier Gedenktafeln für Opfer des Zweiten Weltkriegs. Aufgelistet sind 300 Tote.

Allein, es handelt sich nicht etwa nur um Menschen wie den Kriegsdienstverweigerer Herrmann Effenberg, der 1945 in oder bei Gräbendorf erschossen wurde, oder um Emmanuel Zgoda, einen Kommunisten, der bei der Kommunalwahl 1933 noch auf der gemeinsamen Arbeiterliste mit der SPD kandidiert hatte, im KZ Oranienburg saß, zum Wehrdienst gepresst wurde und aus dem Zweiten Weltkrieg »nicht mehr wiedergekommen ist«, wie Fred Bruder erläutert. Vermerkt sei zum Beispiel auch der erste NSDAP-Ortsgruppenleiter Fritz Hensel, während der letzte NSDAP-Ortsgruppenchef Arno...


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