Deutsche Bank unter Druck

Ackermann schließt Sparmaßnahmen nicht aus

Noch mehr schlechte Nachrichten für die Deutsche Bank. Nach den USA kündigen auch britische Behörden Untersuchungen an.

Frankfurt am Main (dpa/ND). Umstrittene Geschäfte der Vergangenheit und die aktuellen Börsenturbulenzen setzen die Deutsche Bank unter Druck. In den USA rollt eine Klagewelle auf den deutschen Branchenprimus zu, auch in Großbritannien ist das Institut ins Visier geraten. Dort untersuchen Behörde Geschäfte der Bank mit gebündelten Wertpapieren wegen möglichem Betrug. Man hole derzeit Informationen ein, ob Kunden beim Kauf der Papiere falsche Informationen bekommen hätten, sagte eine Sprecherin des Serious Fraud Office (SFO) in London. Die neuen Klagen lassen Bankchef Josef Ackermann eher kalt: »Die sollen uns beweisen, dass da Betrug im Spiel ist. Ich bin sicher, das ist nicht ganz einfach«.

An der Börse wurden die neuen Klagen dagegen mit Schrecken aufgenommen. Die Aktie der Deutschen Bank stürzte bis zum Mittag um zehn Prozent ab. Wegen der Turbulenzen an der Börse schloss Ackermann Sparmaßnahmen nicht aus. »Wenn es ganz negativ weitergeht wie im August, werden wir solche Maßnahmen ins Auge fassen müssen«, sagte Vorstandschef Josef Ackermann auf einer Tagung »Banken im Umbruch« in Frankfurt am Montag.

Nach seiner Kritik an der IWF-Chefin wegen deren Forderungen nach Konjunkturprogrammen, legte Ackermann nach. Er fühle sich an die Finanzkrise 2008 erinnert, die Nervosität an den Finanzmärkten werde anhalten, solange die Politik nicht klar mache, wie sie die Schuldenberge abbauen werde, kritisierte der Bankchef.

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