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Entführt, gefoltert und ermordet

Amnesty-Vorwürfe an libysche Rebellen

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat den libyschen Rebellen Unwillen bei der Verfolgung mutmaßlicher Kriegsverbrecher in den eigenen Reihen vorgeworfen. Der Übergangsrat kündigte derweil an, die neue Gesetzgebung des Landes am Islam auszurichten.

London/Tripolis (dpa/AFP/ND). Nach dem Beginn des Aufstands gegen den libyschen Staatschef Muammar al-Gaddafi im Februar hätten Oppositionskämpfer tatsächliche oder vermutete Anhänger des Gaddafi-Regimes oder angebliche ausländische Söldner entführt, willkürlich festgehalten, gefoltert und ermordet, teilte Amnesty International am Dienstag mit. Möglicherweise seien auch Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen worden.

»Es sind weder unabhängige oder glaubwürdige Ermittlungen vom Übergangsrat veranlasst worden, noch Maßnahmen, um die Täter zur Verantwortung zu ziehen«, heißt es in dem Bericht.

Libyer schwarzafrikanischer Herkunft sowie aus den Regionen Tawargha und Sabha oder den Gaddafi-Hochburgen Sirte und Bani Walid seien weiterhin besonders durch Racheakte gefährdet, warnte Amnesty. Demnach sind die meisten der in Gefangenenlagern in Tripolis und Sawija festgehaltenen Ausländer keine Söldner, sondern Wanderarbeiter.

Unterdessen sind in Libyen einem Zeitungsbericht zufolge Dutzende angebliche ausländische Söldner hingerichtet worden, die auf Seiten der Truppen des früheren Machthabers Gaddafi gekämpft haben sollen.

Die Zagreber Zeitung »Vecernji List« berichtete von zwölf Serben, neun Kroaten, elf Ukrainern und zehn Kolumbianern. Diese seien nach der Niederlage der Gaddafi-Verbände in Misrata im Mai von den Rebellen gefangen genommen, in Schnellverfahren abgeurteilt und erschossen worden, berichtete die kroatische Zeitung unter Berufung auf einen libyschen Augenzeugen auf ihrer Website.

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