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Der Fluch des Quotenhandels

Nur noch elf Fischer gibt es in Stahlbrode am Strelasund. Sie sehen ihre Zukunft durch die EU-Politik bedroht

  • Von Martina Rathke, dpa
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Knapp 1000 Straßenkilometer liegen zwischen dem Fischerdorf Stahlbrode in Mecklenburg-Vorpommern und dem EU-Parlament in Straßburg. Was Fischer Bernd Schütze fangen darf, wird in Straßburg und Brüssel entschieden – auch von Werner Kuhn, einem von 736 Abgeordneten im EU-Parlament.

Stahlbrode. Bernd Schütze wollte schon immer Fischer werden: Der würzige Geruch von Fisch, die ehrliche Arbeit auf dem Kutter – das mochte er bereits als Kind. Im Herbst 1968 begann der Mann aus Stahlbrode am Strelasund gegenüber der Insel Rügen seine Lehre in der Fischereiproduktionsgenossenschaft. Der Heringspreis in der DDR war subventioniert, Fangverbote gab es nicht. Die Zukunft schien glänzend – bis zur Wende.

Mit dem Einzug der Marktwirtschaft habe der Untergang begonnen, sagt Schütze mit Bitternis in der Stimme. Der 57-Jährige sitzt auf Kutter STA 005 und pfriemelt nach dem morgendlichen Zander-Fang mit seinen wettergegerbten Händen die verknoteten Langleinen auseinander. Die EU-Fischereipolitik ist für Schütze inzwischen ein noch viel größeres Knäuel, ein undurchschaubares Gewirr von Verordnungen und Restriktionen.

Um Fänge zu dokumentieren, reichte früher ein Logbuchschein pro Kutter und Woche, erinnert sich der Chef de...


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