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Handlanger

Jorge Noguera / Der ehemalige Geheimdienstchef Kolumbiens wurde zu 25 Jahren verurteilt

Die Reihe der berühmten Söhne der Stadt Santa Marta in der Provinz Magdalena im hohen Norden Kolumbiens hat sich um einen tristen Eintrag erweitert. Jorge Noguera, einer der ranghöchsten Mitarbeiter des rechten Ex-Präsidenten Álvaro Uribe (2002-2010) wurde jetzt zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Das Oberste Gericht Kolumbiens sah es als erwiesen an, dass der frühere Chef des Inlandsgeheimdienstes DAS der »mittelbaren Urheberschaft des Mordes« in mindestens einem Fall schuldig ist.

In Santa Marta wurde der Rechtsanwalt und Vater dreier Kinder am 25. September 1963 geboren. Seine Verbindungen in seine Heimatregion brachen nicht ab, als er im August 2002 den Chefposten des DAS übernahm, den er bis Oktober 2005 innehatte.

Noguera war von Uribe zum Leiter des DAS bestimmt worden. Er habe Noguera vertraut, »wenn er sich strafbar gemacht hat, tut es mir weh, und ich biete den Bürgern meine Entschuldigung an«, twitterte der Ex-Staatschef.

Die Generalstaatsanwaltschaft hatte Noguera bereits im Mai 2009 wegen vierfachen Mordes, Amtsmissbrauchs, Manipulation und Vernichtung von öffentlichen Dokumenten angeklagt. Die Anklage stützte sich vor allem auf Aussagen von Rafael García Torres, des früheren Leiters der DAS-Informatikabteilung. García Torres erhob schwer Anschuldigungen: »Er (Noguera) hat den Paramilitärs die Namen von ihnen unliebsamen Personen übermittelt, die später von paramilitärischen Gruppen ermordet wurden.« Zumindest im Fall Alfredo Correa de Andréis sahen es die Richter als erwiesen an, dass Noguera für dessen Tod mit verantwortlich ist. Der Soziologe und Hochschullehrer war im Jahr 2004 zusammen mit seinem Leibwächter Edelberto Ochoa in Barranquilla erschossen worden.

Für die Richter steht Nogueras Zusammenspiel mit den Paramilitärs fest: »Noguera hat seine Stellung genutzt, um den ›Bloque Norte de las Autodefensas‹ zu unterstützen und dessen delikate Aktivitäten zu erleichtern.« »Es ist unbestreitbar, dass in der Amtszeit von Noguera Vorstrafenregister und Haftbefehle gelöscht oder verändert wurden.« Die Verurteilung Nogueras ist ein Fortschritt für Kolumbien. Ob sie die Paramilitärs beeindruckt, ist eine andere Frage.

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