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Lateinamerika holt auf

Neuer Bericht des Weltwirtschaftsforum lobt deutliche Fortschritte

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Die Ökonomien Lateinamerikas haben, so das neue Ranking des Word Economic Forum, merklich aufgeholt. Diversifizierte Wirtschaftsstrukturen sind ein wesentlicher Grund für vielfältige Erfolge im Exportsektor. Aber längst nicht alle Länder haben parallel zur gestiegenen Wettbewerbsfähigkeit auch soziale Erfolge wie Brasilien vorzuweisen.

Chile thront auch in der neuesten Ausgabe der Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) an der Spitze Lateinamerikas. Auf Platz 31 weltweit liegt das Land, welches seit Wochen von sozialen Protesten von Studenten und Lehrenden geprägt ist, und damit deutlich vor den beiden Lokomotiven des Subkontinents, Brasilien und Mexiko. Während die Brasilianer auf Platz 53 rangieren, wird Mexiko an 58. Stelle geführt – allerdings in beiden Fällen mit steigender Tendenz, so die Verfasser des alljährlichen Berichts. Demnach haben Brasilien, Peru und Mexiko beachtliche Fortschritte gemacht und Panama rangiert zum ersten Mal unter den ersten 50 wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt – genauso wie Puerto Rico und Barbados. Dahin wollen die großen Volkswirtschaften Lateinamerikas wie Brasilien, Argentinien oder auch Peru. Fortschritte sind überall zu sehen, urteilen Analysten wie Alica García Herrero von der Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA). Das gilt auch für Peru, das in den letzten Jahren mit hohen Wachstumsraten auf sich aufmerksam machte und einer der Gewinner des Bergbaubooms war.

Doch es sind nicht nur die Rohstoffe, von Kupfer bis zu Sojabohnen, die dafür sorgen, dass die Ökonomien zwischen Feuerland und Rio Grande international an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen haben. So hat Peru nicht nur mit neuen landwirtschaftlichen Exportprodukten wie Biobananen oder Spargel Erfolg, sondern auch mit feinen Textilien. Bei Brasilien ist die Exportpalette noch deutlich diversifizierter. Neben traditionellen Exportprodukten wie Kaffee und Orangen hat das Land mittlerweile auch einiges an High Tech zu bieten wie das Flugzeugunternehmen Embraer. Zudem investiert man kräftig in den Bildungssektor, um Facharbeiter und Ingenieure auszubilden. Ein Modell, das in der Nachbarschaft durchaus registriert wird. Dort ist der Umbau der Wirtschaft oft alles andere als sozialverträglich vonstatten gegangen. Das zeigen die Landkonflikte in Kolumbien, wo neben Kaffee und Zuckerrohr auch Palmöl in wachsendem Maßstab angebaut wird, aber auch die hohe Zahl von Konflikten im Kontext des Bergbaus in Kolumbien wie Peru. Davon ist zwar auch Brasilien nicht frei, aber die Erfolge bei der Armutsbekämpfung können sich sehen lassen.

Davon ist Peru noch weit entfernt und auch Kolumbien ist ein Land mit extremen Unterschieden in der Eigentumsverteilung. Soziale Indikatoren spielen jedoch bei der Ermittlung der Wettbewerbsfähigkeit bisher kaum eine Rolle. Allerdings ist selbst unter den Experten des Weltwirtschaftsforums unstrittig, dass Bildung, Infrastruktur und Sicherheit zentrale Herausforderungen für viele Staaten sind. Ein anderes Risiko ist zudem die hohe Abhängigkeit vom asiatischen Markt und dem Export von Rohwaren in diese Region. Die Diversifizierung der Exportpalette sollte also weitergehen und dafür ist die Entwicklung eigener Produkte eine zentrale Herausforderung.

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