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Erschöpfend

Die Reaktionen auf Ralf Rangnicks Rücktritt fielen bei den Kollegen aus dem Fußballgeschäft vielfältig aus – von Überraschung über Bestürzung bis hin zur Bewunderung für das offene Eingeständnis der Erschöpfung. Allen gemein war das Mitgefühl und vor allem das Verständnis für den Rückzug als notwendigen Umgang mit einer ernst zu nehmenden Krankheit.

Im Profisport ist das »Ausgebrannt-Sein« nichts Neues. Skispringer Sven Hannawald begab sich wegen eines Burnout-Syndroms einst genauso in Behandlung wie Radfahrer Jan Ullrich. Und auch im Fußball zogen sich die Bundesligaprofis Jan Simak und Sebastian Deisler wegen zu großer Belastung durch den Leistungsdruck zwischenzeitlich oder ganz zurück. Seit der Tragödie um Torwart Robert Enke, der an Depressionen litt und sich 2009 das Leben nahm, hat sich der Umgang mit mentalen Krankheiten aber etwas verändert. Erst vor knapp drei Wochen hat sich Hannovers Ersatztorhüter ebenfalls öffentlich zum Burnout bekannt – die Angst vor mangelnder Akzeptanz in dem von ständiger Konkurrenz und omnipräsenter medialer Begleitung geprägten Fußballgeschäft ist scheinbar kleiner geworden.

An der harten und erfolgsorientierten Gangart im Fußballgeschäft wird sich nichts ändern. Und ob das Verständnis schon groß genug für eine vorbehaltlose Rückkehr ist, werden die Reaktionen zeigen, wenn Rangnick oder Miller hoffentlich bald wieder in der Bundesliga anklopfen.

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