Höhere Weihe

Bernd Kammer wartet jetzt auf den Weihnachtsmann

Gestern Abend, so es Gott wollte, testete Seine Heiligkeit im Olympiastadion die Kunststoffbahn und nahm 80 000 Fans ins Gebet. Leider wollte es der Redaktionsschluss dieser Seite, dass wir auf ausführlichere Beweihräucherung dieses Events verzichten mussten. Dafür können wir an dieser Stelle schon mal über die spirituellen Folgen dieser Stadionmesse berichten.

Beseelt von der höheren Weihe für ihr Bauwerk, sieht es die Olympiastadion Berlin GmbH nun auch für andere rituelle Zeremonien gerüstet, bei denen ein anderer greiser Stellvertreter im Mittelpunkt stehen könnte – der Weihnachtsmann. »Bedanken Sie sich bei ihren Mitarbeitern und Kunden mit einer besonderen Weihnachtsfeier in einem außergewöhnlichen Ambiente – dem Olympiastadion Berlin«, wirbt die Stadiongesellschaft. Das dürfte auch ein anrührendes Bild sein, wenn Knecht Ruprecht oder gar das Christkind im Rentierschlitten über die Stadionbahn rutschen und vom Marathon-Tor aus Geschenke in die Massen schleudern.

Der religiösen Nutzungsmöglichkeiten des Stadions sind eigentlich keine Grenzen gesetzt. Zum Beispiel eignet es sich vortrefflich für Theateraufführungen. Starten könnte man beispielsweise mit dem Stück »Der Stellvertreter.« Dafür würde ND garantiert den Redaktionsschluss kippen.

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