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Gunter-Ulrich Wolfram 24.09.2011 /

Verdächtigt, ein Doppelagent zu sein

Die abenteuerliche und tragische Geschichte des Thälmann-Kuriers Walter Trautzsch

Mit seiner Frau Rosemarie und dem ältesten Sohn André 1949 in Dresden.

Fast anderthalb Stunden inmitten von Paris auf einen von der Gestapo meistgesuchten KPD-Funktionär zu warten, widerspricht eigentlich allen Regeln der Konspiration und Illegalität. Dennoch harrt Walter Trautzsch am Freitag, den 1. September 1939, bis 21.30 Uhr am Porte de Clignancourt aus. Zwei Tage zuvor hat er sich hier mit Anton Ackermann getroffen und angesichts der bedrohlichen Kriegsstimmung von diesem 800 Franc erhalten, verbunden mit der Order, sich bei Kriegsbeginn in die Schweiz abzusetzen. Und was auch immer geschehe – niemand dürfe seine wahre Identität und schon gar nicht von seinem streng geheimen Parteiauftrag erfahren.

Für diesen Freitag, an dem nun tatsächlich der Krieg ausgebrochen ist, war der nächste Treff vereinbart. Doch länger zu warten ist unmöglich. Ängste plagen Walter Trautzsch auf dem gut sieben Kilometer langen Rückweg zur Rue Monge. Für solche gefahrvollen Situationen seit Jahren geschult, kommt er tro...

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