Vier plus Seuchenvogel

Deutsche Fechtmannschaft kämpft bei der WM um letzte Olympiachance

  • Von Dominik Kortus, SID
  • Lesedauer: 2 Min.

Meilenstein auf dem Weg nach London oder bitterer Rückschlag: Bei der Sonntag startenden WM in Catania fällt für die deutschen Fechter eine Vorentscheidung in der Qualifikation für Olympia 2012. Besonders die deutschen Olympiasieger Britta Heidemann (Leverkusen) und Benjamin Kleibrink (Tauberbischofsheim) können sich Misserfolge kaum leisten, sonst finden die Spiele ohne die Titelverteidiger statt.

»Wir wollen zu Olympia - mit möglichst vielen Teams und Athleten. Medaillen sind nicht das Hauptziel«, erklärt Manfred Kaspar, Sportdirektor des Deutschen Fechter-Bundes: »Nächstes Jahr müssen wir uns dann an Medaillen messen lassen, in diesem Jahr sind Medaillen hoffentlich ein Bestandteil des Weges.«

Für die Qualifikationsrangliste geht die WM im Team doppelt in die Wertung ein, im Einzel sogar 2,5-fach. Deshalb ist das Abschneiden auf Sizilien besonders wichtig. Um bei Olympia dabei zu sein, müssen die deutschen Teams am 31. März 2012 mindestens den fünften Platz der Weltrangliste belegen - dann dürfen auch drei Starter am olympischen Einzelwettbewerb teilnehmen.

Allen voran die deutschen Vorzeigeteams der Degenfrauen mit Olympiasiegerin Britta Heidemann und Ex-Europameisterin Imke Duplitzer (Bonn) sowie das Männerflorett-Team mit Olympiasieger Benjamin Kleibrink und dem einzigen deutschen Titelverteidiger Peter Joppich (Koblenz) stehen unter Druck. Vom Verletzungspech in dieser Saison verfolgt gehen beide mit einer schwierigen Ausgangssituation in die WM.

»Wir hatten bis jetzt immer fünf Leute an Bord. Vier Fechterinnen und den Seuchenvogel«, meint Duplitzer: »Eine Medaille muss drin sein. Wenn wir um die Plätze fünf bis acht fechten, dann ist die Tür zu Olympia eigentlich schon zu. Dann kann uns nur noch ein Wunder retten. Und Wunder sind rar gesät.« Auch Heidemann weiß um die Brisanz: »Jetzt müssen wir uns beweisen und wie in den letzten Jahren auch mit einer Medaille wiederkehren. Dann stehen die Chancen wieder sehr gut.«

Deutsches Aufgebot: Frauen: Degen: Heidemann, Duplitzer, Sozanska, Multerer. Florett: Wächter, Golubytskyi, Schache, Bingenheimer. Säbel: Kubissa, Limbach, Musch, Bujdoso. Männer: Degen: Fiedler, Schmid, Schmitt, Rein. Florett: Joppich, Kleibrink, Bachmann, Weßels. Säbel: Limbach, Hartung, Wagner, Hübner.

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