Fragen eines lesenden Arbeiters

Die LINKE und die Basis: Ein mitunter schwieriges Unterfangen

  • Von Gabriele Oertel
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Der 85-jährige Heinrich Müller - einst Kommunist und heutiger Sozialist - macht sich Sorgen um seine Partei. Weil er die immer wieder öffentlich macht, hat er hin und wieder Angst, als Querulant zu gelten.

Eigentlich müsste Heinrich Müller, den die meisten seiner Freunde nur als Heinz kennen, mit den Jahrzehnten etwas abgeklärter geworden sein. Ist er aber nicht. Immer wenn er beim »nd« anruft - und das tut er oft -, ist er sauer. Muss seinen Ärger los werden, wenn bei der LINKEN wieder mal die Fetzen fliegen. Und findet die Auseinandersetzungen um den Stalinismus überflüssig, den Umgang der verschiedenen Strömungen miteinander suboptimal, die Lust am Mitregieren fragwürdig, die Wertschätzung der Parteibasis durch diverse Leitungen verbesserungsbedürftig - und hält dennoch den einen oder anderen Artikel über »seine« Partei in »seiner« Zeitung für zu kritisch. Kommunismusdebatte, Castro-Glückwunsch, Wahlergebnisse, Führungsstreit - Heinz Müller fühlt sich in seiner Wohnung in Jena-Lobeda bisweilen zerrissen, meistens allein gelassen, oft ratlos wie in eben jenem Brecht-Gedicht: »So viele Berichte, so viele Fragen.«

Dabei hat der 85-Jä...


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