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Allah wahduhu ya'rif - Gott allein weiß es

Peter Scholl-Latour über Arabien im Umbruch, Enttäuschungen und Befürchtungen

Er ist der Doyen unter den Orient- und Islamkennern. Seine Analysen und Prognosen haben sich fast alle bewahrheit. Umso gespannter darf man auf das neue Buch von Peter Scholl-Latour sein, das heute erscheint: »Arabiens Stunde der Wahrheit. Aufruhr an der Schwelle Europas« (Propyläen, 400 S., geb., 24,99 €). Der langjährige ARD-Korrespondent verknüpft 60-jährige Erfahrung als Chronist des Weltgeschehens mit aktuellen Reiseeindrücken aus Nordafrika und Nahost. Mit Peter Scholl-Latour sprach Karlen Vesper.

Peter Scholl-Latour

ND: Herr Professor Scholl-Latour, was derzeit in Nordafrika geschieht, muss für Sie unglaublich aufregend sein. Hat Sie der Arabische Frühling überrascht?
Es war eine freudige Überraschung. Aber von Frühling kann nicht mehr die Rede sein. Es bleibt zu hoffen, dass der arabische Herbst nicht in einen frostigen Winter umschlägt.

Wieso sagen Sie das?
Weil die anfängliche Begeisterung Enttäuschung gewichen ist. In Tunesien sind die wirtschaftlichen Probleme nicht geringer, im Gegenteil. Obwohl nach dem Sturz des Tyrannen Ben Ali und seiner Kleptokraten die tunesische Jugend eine neue Gesellschaft in Würde und Selbstbestimmung hätte aufbauen können, floh sie in kleinen Barken übers Mittelmeer. Und wie zu erwarten war, ist die islamische Bewegung »En Nahda« als Sieger aus den Wahlen hervorgegangen.

Wie konnte es dazu kommen?
Die Tunesier sind freundliche und friedliche Menschen. Sie haben 100 neue Parteien gegründet, die weder ein Pro...



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