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Morgen und der Tag nach morgen

Mit dem Franzosen Jean-Claude Trichet gibt ein früherer Sozialist das Steuerrad des Euros aus der Hand

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Am kommenden Montag endet die Ära Trichet bei der Europäischen Zentralbank nach acht Jahren. »Monsieur Euro« hatte mit Widerständen auch im eigenen Haus zu kämpfen.

Seinen ersten Tag als Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) erlebte Jean-Claude Trichet anders als geplant. Statt in Frankfurt am Main auf der großen Bühne zu erscheinen, hielt ihn ein peinlicher Prozess in Paris zurück, und er kämpfte um sein politisches Überleben. Nach Angaben der Ermittler hatte die damals staatliche Großbank Crédit Lyonnais Milliardenverluste vertuscht, die Sanierung des inzwischen privatisierten Kreditinstituts kostete den französischen Steuerzahler fast 15 Milliarden Euro. Als Leiter des Schatzamtes von 1987 bis 1993 hätte Trichet die Praktiken besser kontrollieren müssen, beanstandete seinerzeit die Staatsanwaltschaft. Trichet bestritt die Vorwürfe: Das Schatzamt habe rechtzeitig Alarm geschlagen. Der Prozess endete mit einem Freispruch. »Ich komme nicht umhin zu sagen, dass diese Gerichtsentscheidung mich aufwühlt«, sagte Trichet, der für einen Angehörigen der französischen Eliten einen erstaunlichen Gefühlsa...


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