Die Einsicht neigt zur Nachsicht

  • Von Harald Kretzschmar
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.
Harald Kretzschmar, geboren 1931 in Berlin, war von 1975 bis 1990 als Grafiker und Karikaturist sowie Präsidiumsmitglied des Verbandes Bildender Künstler an der Konzeption der VIII., IX. und X. Kunstausstellung der DDR in Dresden beteiligt.

Das seit Jahren im Münchner Haus der Kunst laufende Forschungsprojekt zur Sichtung und Erschließung seines lange verschlossenen historischen Archivs wird nun öffentlich. Jahrelang war man mit Experten vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte München und dem Deutschen Historischen Museum Berlin unter sich. Kostenaufwendiges Bemühen zur Aufklärung der Tatsache, auf welche Weise die Spezies Bildende Kunst im Namen des NS-Staates gefördert und präsentiert wurde, wird nun mit einem einsehbaren Ergebnis belohnt. Der bisher vorherrschende Eindruck zur Nazi-Zeit als eine Art Loch in der Kunstgeschichte erweist sich als Irrtum: Es wurde ganz normal weiter gemalt, gezeichnet und modelliert. Ist das nicht aber eine Binsenweisheit?

Wer dem Kinderglauben anhing, jene Kunst sei durch und durch böse und der Rest nur dumm gewesen, wird nun enttäuscht. Was bei den großen meinungsführenden Zeitungen noch als Kunstkritiker ernst zu nehmen ist, tut übe...


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