Velten Schäfer 14.11.2011 / Inland

Guy Fawkes trifft Karl Marx

Berliner Bundestag und Frankfurter Banken umzingelt: Zehntausende gingen gegen die Macht der Kapitalmärkte auf die Straße

Zuletzt waren die Occupy-Proteste in Deutschland abgeflaut, doch der Wieder-Einstieg der etablierten zivilgesellschaftlichen Linken in die Protestbewegung gegen die Macht der Kapitalmärkte könnte zu neuen, kraftvolleren Konstellationen führen. Am Samstag protestierten 20.000 in Frankfurt und Berlin. Der Berliner Bundestag und die Frankfurter Bankzentralen waren umstellt. Eine Nachlese.

Grinsende Guy-Fawkes-Maske, das »Gesicht« der Occupy-Bewegung.
Es ist nicht schwer, an diesem Samstagnachmittag vor dem Brandenburger Tor auf Guy Fawkes zu treffen. Die Maske des englischen Früh-Anarchisten, der in den Wirren der langen englischen Revolution einst plante, das britische Parlament in die Luft zu jagen und dafür vor einer wütenden Menge hingerichtet wurde, ist nicht nur das Symbol des politischen Hackernetzwerks Anonymous; auch in der seit einigen Wochen anhaltenden »Occupy«-Bewegung taucht sie immer wieder auf. Jetzt grüßt sie vom Hinterkopf eines Mannes um die 40, der mit laut Veranstalter 8000 anderen Menschen die Abschlusskundgebung des Berliner Arms der Demonstration gegen die Macht der »Finanzmärkte« verfolgt.Berlin, wo die Occupy-Aktionen zuletzt spürbar nachgelassen hatten, sei damit wieder zurück in der Phalanx des weltweiten Widerstands, verkündet in diesem Moment auf der Bühne Christoph Bautz vom Kampagnennetzwerk Campact, das in Zusammenarbeit mit Organisationen wie Attac, Parteien und Gewerkschaften in nur zwei Wochen die Proteste organisiert hat. Das grinsende Guy-Fawkes-Gesicht, das 2005 durch die Verfilmung eines orwellesken Comic-Romans über ein faschistisches England der nahen Zukunft zu einer »Ikone« der Popkultur geworden ist, ist an diesem Nachmittag nicht der einzige Botschafter aus dem tatsächlich weltweiten Protestzusammenhang.

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