Geht es den deutschen Studenten ganz gut?

Elitenforscher Michael Hartmann über die weltweiten Bildungsproteste

Am Donnerstag gingen in Deutschland Tausende von Studierenden auf die Straße, um gegen die Mängel im Bildungssystem zu demonstrieren. Studentenproteste gibt es derzeit weltweit. Allen gemein ist die Angst der jungen Generation vor einer unsicheren sozialen und beruflichen Zukunft. Über Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Proteste sprach Jens Wernicke für »nd« mit dem Darmstädter Soziologen und Elitenforscher Michael Hartmann

Michael Hartmann

ND: Herr Hartmann, haben die Proteste von Schülern und Studierenden an so unterschiedlichen Orten weltweit Ihrer Einschätzung nach etwas miteinander gemein?
Hartmann: Ja. Die Gemeinsamkeit der Proteste ist die Angst um die eigene Zukunft der Protestierenden. Die konkreten Anlässe und Ziele unterscheiden sich jedoch.

Inwiefern?
Nun, in Chile und Großbritannien geht es beispielsweise in erster Linie um die Kosten des Studiums. In Chile ist ein Studium aufgrund der umfassenden Privatisierung des Bildungsbereichs unter Militärdiktator Pinochet schon seit den 1970er Jahren ein Privileg der Wohlhabenden und Reichen. Die Protestierenden wollen das nun ändern, den Zugang zum Studium durch ein weitgehend kostenloses öffentliches Bildungssystem ermöglichen. In Großbritannien sind die durch einen Beschluss der Regierung Cameron drastisch gestiegenen Studiengebühren, von 3000 (rund 3500 Euro) auf jetzt durchschnittlich 8500 Pfund, das Hauptthem...

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