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Eiserne Nerven und enorme Konzentration

6. nd-Damenschachgala am Freitag in Berlin: Anna Satonskich, viermalige US-Meisterin, geht als große Favoritin in das Turnier

Für die 33-jährige US-Meisterin ANNA SATONSKICH wird die 6. nd-Damenschachgala zum Déjà-vu, wenn sie am Freitag gegen Maria Musitschuk (19) aus der Ukraine antritt: 2008 war sie ins Finale eingezogen zusammen mit Anna Musitschuk, der zwei Jahre älteren Schwester von Maria. Im nd-Gespräch verriet Anna Santonskich, was sie in Berlin anpeilt.
Anna Satonskich
Anna Satonskich

ND: Im Finale der nd-Damenschachgala 2008 sind Sie an der älteren Musitschuk-Schwester Anna gescheitert. Wird jetzt die jüngere Schwester Maria Ihre Revanche fürchten müssen?
Satonskich: Das nehme ich an. Wobei ich alternativ nichts dagegen hätte, im Finale gegen Elisabeth Pähtz zu spielen.

Auf jeden Fall gehen Sie als Favoritin ins Turnier, weil Sie die Beste in der Elo-Liste sind.
So groß ist mein Vorteil nun auch wieder nicht. Ich werde einfach versuchen, mein Bestes zu geben.

Sie sind dafür berüchtigt, Ihre Gegnerinnen in den Wahnsinn zu treiben. Als Sie das Finale der US-Meisterschaft 2008 mit einem hauchdünnen Vorsprung gewonnen haben, war die Unterlegene Irina Krush dermaßen sauer, dass die ihren König wütend in den Raum schleuderte. Müssen wir am 25. November damit rechnen, dass den Zuschauern dort auch die Spielsteine um die Ohren fliegen?
Ich hoffe, dass niemand mit Figuren schmeißt und dass wir Kampfgeist nur während unserer Matches demonstrieren.

Sie sind die Spezialistin für ein Finale nach den Armageddon-Regeln. In einer letzten Blitzpartie muss Weiß gewinnen, während Schwarz ein Unentschieden für den Gesamtsieg reicht, zum Ausgleich hat Schwarz eine Minute weniger auf der Uhr. Die diesjährige US-Meisterschaft haben Sie in einem Armageddon-Duell für sich entschieden. Lieben Sie diesen Kick?
Ehrlich gesagt machen mir Armageddon-Spiele gar keinen Spaß. Diese Partien sind emotional schwer durchzustehen: Der kleinste Fehler kann alles verderben, weil ich keine Chance mehr habe, den Schaden zu reparieren.

Sie scheinen dafür aber besser gerüstet als andere!
Armageddon verlangt eiserne Nerven und eine enorme Konzentration. In entscheidenden Momenten bin ich darin wohl manchmal besser als andere.

Ihre Coolness macht Sie offenbar zur Kandidatin für Extremsportarten wie Bouldern, das ist Klettern ohne Seil, Bungee Jumping oder Rafting, sprich: Schlauchbootfahren im Wildwasser.
Nein, Bungee oder Bouldern wären nichts für mich. Aber Rafting würde mir gefallen, nachdem ich das einmal ausprobiert habe, in Kanada anlässlich der Feier meines Geburtstages. Außerdem mag ich Schnorcheln und Sporttauchen, meine Heimatstadt Mariupol in der Ukraine liegt am Meer, und ich liebe das Wasser. Mit Tauchausrüstung habe ich sogar schon eine Schachpartie unter Wasser ausgetragen, im Aquarium von Curacao, als PR-Aktion für ein Schachfestival vor drei Jahren. Ich denke, das war Weltpremiere, und von mir aus hätten die Veranstalter auch gleich das ganze Turnier ins Aquarium verlegen können, dann hätte die Konkurrenz buchstäblich kein Land gesehen!

Fragen: Rene Gralla

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