Irakische Verhältnisse in Libyen?

UN-Bericht nährt Zweifel am Vorgehen der Milizen und wirft ihnen Folter und illegale Festnahmen vor

  • Von Karin Leukefeld
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Erneut werden schwere Vorwürfe gegen die neue libysche Führung laut. Folter, Misshandlungen und illegale Festnahmen seien laut einem UN-Bericht an der Tagesordnung.

Es ist ein düsteres Bild, das der Bericht des UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon von der Lage in Libyen zeichnet. Reporter der britischen Tageszeitung »Independent« hatten Einblick in das noch unveröffentlichte Papier, das der Libyen-Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen, Ian Martin, für eine Debatte im UN-Sicherheitsrat in der kommenden Woche vorgelegt hat.

Demnach wurden zwar Gefangene des früheren Regimes entlassen, doch seien mindestens 7000 neue »Staatsfeinde« inhaftiert worden, darunter auch Frauen und Kinder. Viele Gefangene seien Schwarzafrikaner und vermutlich wegen ihrer Hautfarbe festgenommen worden. Die Gefangenen würden illegal von Milizen festgehalten, gefoltert und systematisch misshandelt. Da sie teilweise in privaten, provisorischen Gefängnissen untergebracht seien, wo sie von »revolutionären Brigaden« bewacht würden, befänden sie sich »außerhalb der Kontrolle« der neuen libyschen Machthaber. In dem herrschenden Cha...

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