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Alexander Dubček wäre jetzt 90

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Reporter beschrieben ihn zuletzt als »abgekämpften Raubvogel«, das spitze Gesicht zitternd. Wurde der Student Jan Palach, der sich auf Prags Wenzelsplatz verbrannte, ein Held der Trauer, so war Alexander Dubček, 1968 Chef der tschechoslowakischen Kommunisten, ein Held der Träume - vom Sozialismus »mit menschlichem Antlitz«. Endlich Meinungs-, Versammlungs- und Reisefreiheit! Weg mit Hardlinern! Aber im »Prager Frühling« geschah, was Heiner Müller später über Gorbatschows Heldentum wider das unrettbare System sagen würde: »Ein Schritt voran: zu wenig, zwei Schritte voran: tödlich.«

Hinter strahlenden Scheinwerfern wartet auf jeden Helden fahles Zwielicht. Nach 1989 schrien Plakate den Wegbereiter von Glasnost und Perestroika nieder: »Einmal Kommunist, immer Kommunist!« Über den Wenzelsplatz wirbelten Fotos wie Steckbriefe: Dubček 1968 beim Bruderkuss mit Breshnew. Er - damals wochenlang in Moskau festgehalte...


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