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Castor vor Schlussetappe

Straßen um Gorleben blockiert

20 Kilometer trennen die Castoren noch von ihrem Ziel in Gorleben. Doch auf der letzten Etappe kann noch viel passieren. Demonstranten blockieren die Zufahrt zum Zwischenlager.

Gorleben (dpa) - Ziel in Sicht: Der Castor-Transport stand am Montag vor seiner letzten Etappe. Die elf Atommüllbehälter sollten bis zum späten Nachmittag im Umladebahnhof Dannenberg auf Speziallastwagen verladen werden. 20 Kilometer Straße trennten den Transport noch von seinem Ziel im Zwischenlager in Gorleben. Der Weg dahin wurde jedoch durch Straßenblockaden von Demonstranten versperrt.

Fotostrecke: Castor-Transport 2011

  • Ein Akkordeonspieler läuft musizierend über die am Montag von der Polizei leergeräumte Strasse vor Gorleben. <br />
  • Eine als Pierrot maskierte Castor-Gegnerin hinter der geräumten Strasse vor Gorleben.
  • Ein Räumpanzer der Bundespolizei befreit die Strasse von den Überresten der Sitzblockade der Castor-Gegner.

Fotostrecke mit 37 Bildern


Mit einem Lieferwagen blockierten vier Greenpeace-Mitglieder eine Straße, um den Konvoi so lange wie möglich aufzuhalten. Einsatzkräfte brachen Augenzeugenberichten zufolge den zugeschweißten Kofferraum des Transporters auf. Die Atomkraftgegner in dem Lieferwagen hätten sich mit einer Art Metallkasten in der Straße verankert.


Zudem protestierten nach Angaben einer Anti-Atom-Initiative rund 1000 Menschen mit einer Sitzblockade bei Gorleben gegen die strahlende Fracht aus deutschen Atomkraftwerken. Wann der Transport in Gorleben eintreffen würde, war bis zum Nachmittag unklar. Der letzte Streckenabschnitt kann nur auf der Straße zurückgelegt werden.

Trotz beschlossenen Atomausstiegs versuchten Kernkraftgegner bis zuletzt alles, um den Castor-Transport zu stoppen. Sie fordern ein Aus für das Atommüll-Projekt im Salzstock Gorleben. Die Grube in rund 800 Metern Tiefe wird nach wie vor auf ihre Eignung als atomares Endlager untersucht.

Der Castor-Zug war am Mittwoch in Frankreich gestartet. Nach 109 Stunden erreichte der Konvoi am frühen Montagmorgen den Umladehof in Dannenberg. Damit war der Castor-Transport nicht nur der letzte mit hoch radioaktivem Müll aus Frankreich, sondern auch länger unterwegs als jeder andere zuvor. Deutschland ist verpflichtet, den Müll der deutschen Atomkraftwerke wieder zurückzunehmen. Atomkraftgegner hatten den Zug trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen mehrmals gestoppt und die Weiterfahrt verzögert.

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) dankte den friedlichen Demonstranten und kritisierte die Randalierer. Er habe Respekt vor den Demonstranten, die besonnen und friedlich seien. "Umso mehr kritisiere ich diejenigen, die Gewalt gegen Sachen und Menschen ausgeübt haben. Das ist nicht akzeptabel."


Atomkraftgegner forderten McAllister erneut auf, ein Ende des Atomendlager-Projekts im Salzstock Gorleben zu forcieren. Die Anti-Atom-Organisation "ausgestrahlt" erklärte: "Er muss sich in den Bund-Länder-Gesprächen dafür einsetzen, dass nicht noch mehr Geld im maroden Salzstock von Gorleben versenkt wird."


Nach Angaben von Greenpeace ergaben aktuelle Messungen, dass die Strahlenbelastung seit der Ankunft des Castor-Transports am Morgen über 600 Mal höher war als wenige Stunden zuvor. "Zwar liegt die Strahlung damit vermutlich innerhalb der Grenzwerte. Die zulässige Jahresdosis an Radioaktivität würde aber in direkter Nähe der Behälter innerhalb weniger Stunden erreicht", hieß es in einer Mitteilung.

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