Tomasz Konicz 03.12.2011 / Kommentare

In der Krise wächst der Hass

Antiziganismus in Südosteuropa

Roma in Plovdiv, Bulgariens zweitgrößter Stadt

Die Roma Südosteuropas bilden eine marginalisierte und in der westlichen Öffentlichkeit zumeist ignorierte Minderheit, deren von bitterster Armut geprägtes Dasein nur bei Ausbruch der sporadisch aufflackernden antiziganischen Pogrome kurz in den Fokus der Massenmedien gerät. Größere Roma-Minderheiten leben in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und in Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien. In vielen dieser südosteuropäischen Länder sehen sich die Roma seit Krisenausbruch einer rasch zunehmenden Feindschaft der Mehrheitsbevölkerung ausgesetzt, die mitunter von rechtsextremen Parteien erfolgreich geschürt und instrumentalisiert wird.

In Nordböhmen etwa haben faschistische Gruppierungen äußerst erfolgreich weite Kreise der einheimischen Bevölkerung gegen Roma mobilisiert, die in diese strukturschwache Region aufgrund des dort herrschenden niedrigen Mietniveaus abgedrängt werden. Seit Wochen finden in der Regio...

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