Mit den Soldaten geht das Geld

Die »Petersberg-II-Konferenz« ist nur das letzte Aufflackern westlicher Aufmerksamkeit für Afghanistan

  • Von Thomas Ruttig
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Die internationale Gemeinschaft redet sich die Lage in Afghanistan schön. Damit soll der beschlossene Abzug 2014 als gerechtfertigt erscheinen. Inzwischen sinkt das Interesse an der Entwicklung in dem Land merklich. Wirkliche Hilfe für das Land ist von »Petersberg-II« nicht zu erwarten. Insbesondere Vertreter der internationalen Friedensbewegung und der afghanischen Zivilgesellschaft sehen in den Gesprächen eine Scheindebatte.

Holzkreuze im Feldlager Kundus erinnern an die in Afghanistan getöteten Bundeswehrsoldaten. Der Opfer unter der afghanischen Zivilbevölkerung gedenken sie nicht.

Die ausrichtende Bundesregierung spart vor der internationalen »Petersberg-II-Konferenz« am Montag nicht mit Superlativen. Niemals zuvor habe in Deutschland ein Treffen mit so vielen Delegationen - auch ohne das boykottierende Pakistan mehr als 100 - stattgefunden, nie seien bei vorherigen Afghanistan-Konferenzen, etwa eine pro Jahr seit dem Sturz des Taliban-Regimes 2001, so viele Teilnehmer zusammengekommen. Mit dem Thema selbst, der Zukunft der Afghanen, hat das nichts zu tun. Und die Tendenz, Quantität auf Kosten von Qualität zu zelebrieren, ist auch in der Afghanistan-Politik des Westens zu beobachten.

Anlass der Konferenz ist, eine Bilanz des bisherigen Verlaufs des sogenannten Prozesses der vollständigen Übergabe der Sicherheitsverantwortung von der ISAF und der NATO an die afghanische Seite zu ziehen. Gleichzeitig will man Afghanistans Regierung und der Bevölkerung versichern, dass man sie auch nach dem für 2014 geplanten we...

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