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Bei gemeinsamem Spiel fallen die Masken

BACKGAMMON: Leipziger Maler Norbert Wagenbrett meint, die Frage nach Sieg oder Platz ist nicht die entscheidende

  • Von René Gralla
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Bereits zu Römerzeiten erlebte das Ludus duodecim scriptorum seinen ersten Boom: Ein Fresko in Pompeji zeigt zwei Hitzköpfe, die sich wegen einer Partie im damals so genannten Zwölflinienspiel derart echauffieren, dass sie der Patron aus der Taverne wirft. Heute ist Backgammon, bei dem die Züge der zweimal 15 weißen und schwarzen Steine ausgewürfelt werden, der unterhaltsame und letztlich unberechenbare Bohemien unter den Strategieklassikern. Auch der Leipziger Maler und einstige Willi Sitte-Meisterschüler NORBERT WAGENBRETT (57) zählt zu den Fans.

Norbert Wagenbrett und Lebensgefährtin Carmen.
nd: Als Maler werden Sie der »Leipziger Schule« zugerechnet, die Fachwelt sieht Sie in der Nachfolge der »Neuen Sachlichkeit«, deren Anfänge in die 20er Jahre zurückreichen.
Wagenbrett: »Neue Sachlichkeit« ist ein Etikett, das andere geprägt haben. Ich möchte das für mich eigentlich nicht in Anspruch nehmen. »Klassische Moderne« und »Realismus«, dieses Begriffspaar finde ich eher angemessen.

Trotzdem werden Sie nicht bestreiten, dass die Personen, die Sie abbilden, auf den Betrachter cool und distanziert, also eben doch »sachlich« wirken. Wie passt das zu einem Künstler, der nebenbei Backgammon zockt?
Auch das Wort »zocken« gefällt mir nicht. Backgammon ist eine kreative Form der Kommunikation: Ich lerne Menschen kennen - nicht zuletzt mich selber!

Spielend zur Selbsterkenntnis. Das funktioniert?
Weil Sie nicht nur gewinnen, sondern oft genug auch verlieren. Und das ist eine sehr aufschlussreiche Erfahrung - wie ich lerne, mit Rücks...



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