Neonazis als Söldner im Jugoslawien-Krieg

Brandanschläge, »national befreite Zonen«, Sitze in Parlamenten

  • Von Carsten Hübner
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Mitte der 80er Jahre markieren das Auffliegen der Hepp-Kexel-Gruppe und die Verhaftung des Bombenlegers Peter Naumann einen Bruch in der rechten Terrorszene der Bundesrepublik.

Der steigende Verfolgungsdruck, die Durchsetzung mit Spitzeln des Verfassungsschutzes und die zum Teil langjährige Inhaftierung führender Aktivisten machen ein Agieren wie in den eineinhalb Jahrzehnten zuvor weitgehend unmöglich. Gleichzeitig ist das militante Milieu einem einschneidenden Wandel unterworfen. Subkulturelle Strömungen wie der neonazistische Ableger der Skinheadbewegung gewinnen an Bedeutung. Die sich unter Führung von Michael Kühnens »Gesinnungsgemeinschaft der Neuen Front« herausbildende Kameradschaftsszene setzt unter dem Eindruck des Mauerfalls vor allem in Ostdeutschland auf Massenmilitanz und die Unterwanderung gesellschaftlicher Strukturen statt auf Kleingruppenarbeit im Untergrund. Der Mitte 1991 in der Zeitschrift »Vorderste Front« des »Nationaldemokratischen Hochschulbundes« (NHB) veröffentlichte Aufruf »Schaff befreite Zonen« ist Ausdruck dieses Strategiewechsels. Gewalt und Terror werden Mittel der Tagespoliti...

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