Die Ölmonarchen haben gelernt

Der Arabische Frühling vom Winter aus gesehen. Eine Bilanz des Berliner Publizisten Issam Haddad.

Issam Haddad, geboren 1939 in Tripoli (Libanon), hat über viele Jahre das Internationale Büro der »Demokratischen Front für die Befreiung Palästinas«, einer Mitgliedorganisation der PLO, geleitet und in dieser Funktion viele Kontakte in der arabischen Welt und Europa geknüpft. Mit ihm sprach Roland Etzel.

Issam Haddad

nd: Im Mai, auf dem ND-Pressefest, haben wir uns auf dem Podium über den Arabischen Frühling unterhalten. Damals haben bei Ihnen die positiven Einschätzungen überwogen, jetzt immer noch?
In gewisser Hinsicht schon; insbesondere weil wir gesehen haben, dass die Politik im Allgemeinen nicht mehr allein von den Herrschenden bestimmt wird. Die Volksmassen sind viel stärker als in den vergangenen Jahrzehnten für ihre eigenen Belange auf die Straße gegangen und tun es noch. Wir erleben hier aber keinen geradlinigen Prozess im Sinne einer Vollendung der national-demokratischen Revolution bzw. einer umfassenden Demokratisierung der sozialen und politischen Verhältnisse. Dazu ist das Niveau der sozial-ökonomischen Entwicklungen in den Ländern viel zu unterschiedlich. Außerdem muss man berücksichtigen, welche Kräfte und Staaten noch im Spiel sind; eben nicht nur innerarabische, sondern auch regionale und weltweit agierende.

Haben die Umstürze,...



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