Ein Verräter in den Reihen der Polizei?

Prozess um die Räumung eines besetzten Hauses / Besetzer sollen vorher gewarnt worden sein

Peter Kirschey aus Berliner Gerichtssälen

Nichts war aus polizeilicher Sicht am 24. November 2009 an dem Einsatz gegen das besetzte Haus Brunnenstraße 183 ungewöhnlich. 600 Uniformierte drangen damals gegen 15 Uhr in das Haus ein und brachten die Bewohner in ihre Gewalt. Die Aktion lief, so Beobachter, ungewöhnlich friedlich ab. »nd« schrieb damals: »Der massive Polizeieinsatz kam für die Besetzer überraschend.«

Über zwei Jahre später nun gibt es eine andere Version. Der streng geheim gehaltene Einsatz soll am Vortag von einem Hundertschaftspolizisten an die Hausbesetzer verraten worden sein. Dazu soll der Polizist in den Morgenstunden des 23. November eine Mail an die Hausbesetzer geschickt haben, in der er sich mit den Hausbewohnern solidarisiert und seine linke Gesinnung unterstreicht. Nach dem Einsatz kursierten bei der Polizei Gerüchte, wonach einer aus ihren Reihen als Maulwurf aktiv sein solle.

Zu einem Fall wurde die bis dahin vage Vermutung erst, als ein »jun...


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