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Groteske geht in nächste Runde

Kredit-Affäre: BW-Bank widerspricht Bundespräsident Wulff

  • Von Christian Klemm
  • Lesedauer: 2 Min.

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Bundespräsident Wulff kann machen, was er will, er kommt nicht aus den Schlagzeilen. Jetzt widerspricht die BW-Bank einer Darstellung von Wulff - und stellt ihn damit als Lügner hin.

Das Interview am Mittwochabend sollte eigentlich ein Befreiungsschlag für Christian Wulff werden. Doch Pustekuchen! Anstatt offene Fragen bezüglich eines Hauskredites aus seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident auszuräumen, verwickelt sich der Staatsmann weiter in Widersprüche. So hat die BW-Bank nun erklärt, das Geld sei dem Bundespräsidenten keineswegs im November gewährt worden. Das aber hat Wulff in dem Interview mit ARD und ZDF erklärt.

Die Bank behauptete gegenüber der »Welt«, dass man sich im November mit Wulff nur mündlich geeinigt hat. Das aber reiche nicht aus: »Ein Kreditvertrag mit Verbrauchern bedarf der Schriftform.« Den Vertag hat die Bank erst am 12. Dezember an den Bundespräsidenten verschickt, unterschrieben wurde er am 21. Dezember und zurückerhalten habe sie ihn kurz nach Weihnachten, heißt es weiter.

Am 13. Dezember hat die »Bild«-Zeitung das erste Mal über die Haus-Finanzierung berichtet - und damit regelrecht eine Lawine ins Rollen gebracht, die den ersten Mann im Staat an den Rand des Abgrundes gedrückt hat. Das Geld kam ursprünglich von dem befreundeten Ehepaar Geerkens, das anschließend durch ein zinsgünstiges Darlehen von der BW-Bank abgelöst wurde. Am 25. November sei dieses in einen langfristigen Kredit umgewandelt worden. Das jedenfalls meint Wulff.

Noch weitere Unstimmigkeiten haben sich nach dem Fernsehinterview aufgetan. So behauptet die »Bild« steif und fest, Wulff habe mit einem Anruf bei Chefredakteur Kai Diekmann versucht, die Berichterstattung über den Hauskauf zu unterbinden. Wulff dagegen meint, er habe mit der Nachricht auf der Mailbox Diekmanns nur auf eine Verschiebung gedrängt.

Die ARD hat gestern die Darstellung Wulff bekräftig. Ein Journalist kenne die Nachricht und bestätigte dem Fernsehsender, Wulff habe nur den Aufschub erreichen wollen. Der Anruf soll ein »Flehen und Drohen« gewesen sein, bei denen Ausdrücke wie »Krieg führen« und »Strafantrag« gefallen seien. Veröffentlichen will das Blatt die Aufnahme der Mailbox nicht ohne die Zustimmung von Wulff. Die ist bisher ausgeblieben.

Doch offenbar will die »Bild«-Zeitung dem Bundespräsidenten in puncto Mailbox-Inhalt nun etwas auf die Sprünge helfen. Zu diesem Zweck ließ das Blatt Wulff eine Abschrift des Wortlauts des Telefonats zukommen. Dies habe man getan, damit sich Wulff »bei Aussagen darüber nicht nur auf seine Erinnerung stützen muss«, so der Springer-Verlag in einer Mitteilung.

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