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Nazis skandieren in Insel

Demonstranten fordern Wegzug von Ex-Häftlingen

Insel (dpa/nd). Rund 100 Rechtsextremisten und Einwohner haben am Samstag in der Ortschaft Insel bei Stendal in Sachsen-Anhalt für den Wegzug von zwei entlassenen Straftätern demonstriert. In Sprechchören skandierten sie unweit des Wohnhauses der beiden Männer »Raus aus Insel«. Die Polizei war mit einem starken Aufgebot in der 400-Seelen-Gemeinde und forderte die Demonstranten auf, Abstand zum Haus der Männer zu halten.

Zwei Demonstranten marschierten allerdings mit einem Transparent am Wohnhaus der Männer vorbei, obwohl der Landkreis Proteste direkt an dem Gebäude untersagt hatte. Auf dem Plakat stand in Anspielung auf den Versuch der Landespolitik, einen neuen Wohnort für die Männer zu finden: »Problemlösung statt Problemverlagerung«. Bereits 2011 hatte es mehrfach Demonstrationen in Insel gegeben. Das Magdeburger Justizministerium will die beiden Ex-Häftlinge, die wegen Vergewaltigung mehrerer Frauen auch in Sicherungsverwahrung saßen und seit 2009 auf freiem Fuß sind, beim Wegzug aus Insel unterstützen. Die Bürger von Insel wollen nun jede Woche demonstrieren, bis die beiden Männer weggezogen sind. Zuvor waren Demonstrationen ausgesetzt gewesen, weil die Landespolitik einen Wegzug der Männer in Aussicht gestellt hatte.

Bislang wurde jedoch kein neuer Wohnort für die Mitte 50 und Mitte 60 Jahre alten Männer gefunden, sagte eine Sprecherin des Justizministeriums. Der jüngere der beiden suche zudem einen Wohnort, wo er auch einen Arbeitsplatz finden könne. Der Landtag von Sachsen-Anhalt hatte unlängst unter anderem betont, dass die Männer das Recht hätten, sich ihren Wohnort selbst auszusuchen.

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