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Besser als der Kleine

Simon Fourcade tritt aus dem Schatten des Bruders

  • Von Oliver Händler
  • Lesedauer: 2 Min.

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Der ältere Bruder zu sein, ist manchmal nicht so einfach. Viele Jahre gibt man seine Geheimnisse an den Kleinen weiter, und dann rennt der einem plötzlich davon. Diese Erfahrung musste der französische Biathlet Simon Fourcade in der vergangenen Saison machen, als Bruder Martin ihn überholte und regelmäßig an die Weltspitze stürmte. Gemeinsame Freude in bedingungsloser Bruderliebe? Von wegen. Simon fiel immer weiter zurück: »Das war hart für mich. Damit konnte ich nicht umgehen«, sagt er. Doch er hat gelernt.

Im Sprint und dem Massenstart von Oberhof wurde Fourcade, der Ältere, starker Zweiter. Martin hatte von einer Infektion geplagt keine Chance. Simon hat offenbar die Lösung für sein Problem gefunden, und die klingt fast zu einfach, um wahr zu sein.

»Ich habe im vergangenen Jahr immer nur gedacht: ›Ich muss besser sein als Martin.‹ Das hat mich gelähmt. Jetzt will ich nur noch das beste Rennen laufen, das ich kann. Wenn das klappt, bin ich auch besser als Martin«, beschreibt Simon Fourcade seinen Sinneswandel, der ihm am Samstag in Oberhof fast seinen ersten Weltcup-Einzelsieg beschert hätte, wäre da nicht noch Arnd Peiffer gewesen. »Ich habe hier aber trotzdem Platz zwei gewonnen, nicht den Sieg verloren. «, sagt der Sportsoldat aus Villard-de-Lans. Nur gut, dass es nicht Bruder Martin war, denkt sich der Beobachter.

Ein Gutes hatte Martin Fourcades Wachablösung jedoch auch für Simon. Die Aufmerksamkeit für Biathlon ist in Frankreich etwas gestiegen, auch wenn sie sich meist noch auf Simons kleinen Bruder konzentriert. Zwar sind die Franzosen seit Jahrzehnten überaus erfolgreich - Corinne Niogret oder Raphael Poiree holten Weltmeistertitel en masse - doch kaum jemand nahm bisher in der Heimat Notiz davon. Die mittlerweile zurückgetretene Sandrine Bailly lief jahrelang in der Weltspitze, musste aber bei Interviewanfragen der Presse meist noch aus den Alpen extra nach Paris fahren.

Über etwas mehr mediale Aufmerksamkeit würde sich auch Simon Fourcade freuen - allein schon für die Sponsorenakquise -, doch nach seinem zweiten Platz in Oberhof stehen nur deutsche Journalisten um ihn herum. Keine Franzosen weit und breit. Die wollten alle nach Annecy kommen, doch der Weltcup im Dezember fiel wegen Schneemangels aus. »Das war unglaublich enttäuschend für uns, weil es unser erster Heimweltcup nach 21 Jahren gewesen wäre«, sagt Simon Fourcade.

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