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Keine Spur des NSU nach Berlin

Ermittler untersuchen unaufgeklärte Morde, Bombenanschläge und Banküberfälle

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Beim Bombenanschlag zerstörte Grabplatte
Beim Bombenanschlag zerstörte Grabplatte

Welche Straftaten hat das Neonazi-Netzwerk »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU) um Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt über das bisher Bekannte hinaus zu verantworten? Diese Frage beschäftigt derzeit auch die Berliner Ermittlungsbehörden. Zwar liegt die Hoheit zu den Nachforschungen beim Bundeskriminalamt (BKA). Doch auch das Berliner Landeskriminalamt (LKA) ist in die Untersuchungen teilweise eingebunden, wie die amtierende Polizeipräsidentin, Margarete Koppers, gestern im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses bestätigte.

Laut Koppers untersuchen die Ermittler alle unaufgeklärten Bankraube, Tötungsdelikte und Sprengstoffanschläge in Berlin auf einen Zusammenhang zu der Zwickauer Terrorzelle. »Die Überprüfung dauert noch an«, sagte Koppers. Angesichts des Umfangs des neu aufzurollenden Materials ist dies indes kein Wunder: Denn für den Zeitraum sind allein 190 Überfälle auf Banken neu zu bewerten, die bisher nicht aufgeklärt sind. Darunter befinden sich allerdings auch Serientaten, die auf keinen Fall etwas mit dem NSU zu tun haben, erklärte Koppers.

Hinzu kommen überdies 63 unaufgeklärte Tötungsdelikte. In einem dieser Fälle gehen die Ermittler offenbar davon aus, dass es einen »theoretischen« Zusammenhang zum NSU geben könnte. Aus »ermittlungstaktischen« Gründen wollte Koppers darauf jedoch nicht näher eingehen. Bisher, so das Fazit der Vize-Polizeipräsidentin, gebe es jedoch »keine konkreten Anhaltspunkte« für eine Spur der Rechtsextremisten nach Berlin. Die Frage zu möglichen Kontakten des NSU-Netzwerkes nach Berlin war im Innenausschuss durch die Opposition von Linkspartei und Grünen aufgeworfen worden. Genährt wurden die Mutmaßungen durch einen Zeitungsbericht, in dem Kontakte aus dem NSU-Umfeld nach Berlin beschrieben worden waren.

Auch die in der Zwickauer Wohnung von Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt gefundene umfangreiche Aufstellung von Personen, Institutionen und Gebäuden enthielt Adressen und Einträge zu 230 Politikern und Institutionen aus Berlin. »Die Betroffenen sind telefonisch und schriftlich informiert worden«, sagte Koppers.

Ein besonderes Augenmerk legen die Ermittler unterdessen auf drei nicht aufgeklärte Bombenanschläge in Berlin. Bei denen war allein zweimal Ende der Neunziger das Grab des ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, zerstört worden. Auch ein antisemitischer Anschlag 2002 auf den jüdischen Friedhof in der Heerstraße steht im Fokus.

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