Der gute Onkel von nebenan

34-Jähriger steht wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen vor Gericht

Peter Kirschey aus Berliner Gerichtssälen

Er war nett, hilfsbereit und sehr einfühlsam. Mit ihm konnte man über Probleme reden und bei ihm sein Herz ausschütten. Der 34-jährige Thomas N. war beliebt und hatte einen großen Freundeskreis. Bis sich vor einem Jahr herausstellte: Der gute Onkel Thomas, unscheinbar sein Äußeres, ist ein Monster. Seit 2001 missbrauchte er 15 Kinder und Jugendliche aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis. 154 Fälle von sexuellem Missbrauch, zwischen 2001 und 2010, listet die Staatsanwaltschaft auf, begangen an sexuell unreifen Kindern oder Jugendlichen mit Behinderungen.

Die betroffenen Eltern, meist alleinerziehende Mütter und Väter, kannten sich untereinander aus einem Internetcafé in der Straße der Pariser Kommune in Friedrichshain. Der Betreiber war Thomas N. Hier spann er die Fäden, knüpfte Verbindungen und suchte die Nähe zu den Familien oder lud sie zu sich ein. Über Jahre wurde man eine richtige Solidargemeinschaft. Zu seiner Legende gehört...


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