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Causa Wulff: Vorwürfe über Vorwürfe

Bonusmeilennutzung sorgt für Verwirrung

Berlin (AFP/epd/nd). Dem seit Wochen wegen eines Hauskredits und Urlauben bei reichen Unternehmerfreunden unter Druck stehenden Bundespräsidenten Christian Wulff droht neuer Ärger: Nach einem Bericht der »Bild«-Zeitung vom Freitag fordert die SPD-Fraktion im niedersächsischen Landtag Aufklärung zu einer Urlaubsreise in die USA im April 2007. Dabei geht es um ein Upgrade in die Business-Class, das der damalige niedersächsische Ministerpräsident, seine heutige Ehefrau Bettina und deren Sohn während des Fluges von Miami nach Frankfurt erhalten haben sollen.

Auf Anfrage der »Bild« hatte Wulffs Rechtsanwalt Gernot Lehr dies zunächst bestritten. »Die Flugtickets waren von Anfang an in der Business-Class gebucht«, antwortete er dem Bericht zufolge der Zeitung. Der Aufpreis im Vergleich zur Economy-Class sei durch privat gesammelte Bonusmeilen beglichen worden. Laut Lufthansa müssten für ein solches Upgrade von drei Personen auf einem solchen Langstreckenflug 210 000 Bonusmeilen eingesetzt werden. Das entspricht den gesammelten Bonusmeilen von 420 Flügen zwischen Hannover und München.

Unterdessen haben die Zeitungen »Welt« und »Welt am Sonntag« einen Teil ihrer Recherchen offengelegt. Sie sind auf der Internetseite der »Welt« nachzulesen. Wulff hatte in seinem Fernsehinterview am 4. Januar angekündigt, dass er und seine Anwälte mehr als 400 Fragen zu dem umstrittenen Hauskredit beantwortet hätten, zögerte aber bisher, diese, wie angekündigt, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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