Ma bleibt Präsident Taiwans

Wähler honorieren Politik der Entspannung gegenüber der Volksrepublik China

  • Von Thomas Berger
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Taiwans Wähler bewegte die Sorge um die Wirtschaft mehr als das Streben nach Souveränität: Bei den Wahlen am Sonnabend bestätigten sie den amtierenden Präsidenten Ma Ying-jeou von der Nationalpartei (Kuomintang - KMT) mit 51,6 Prozent der Stimmen für eine zweite Amtszeit.

Tsai Ing-wen hatte die erste Frau auf Taiwans Präsidentenstuhl werden wollen, und die letzten Vorwahlumfragen hatten tatsächlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Amtsinhaber Ma Ying-jeou vorausgesagt. Am Ende allerdings war der Unterschied dann doch deutlich. Ma erhielt knapp 800 000 Stimmen mehr als seine Herausforderin, die auf 46 Prozent kam. Tsai Ing-wen, Spitzenkandidatin der oppositionellen Demokratischen Fortschrittspartei (DPP), räumte ihre Niederlage denn auch freimütig ein, übernahm die Verantwortung und verkündete noch am Abend des Wahltages nach einem Glückwunsch an den Sieger ihren Rücktritt als Parteichefin.

Die DPP konnte zwar bei der parallel abgehaltenen Parlamentswahl von 27 auf 40 Mandate zulegen, blieb aber in jeglicher Hinsicht klar hinter ihren Zielen zurück. Das ging aber auch James Soong nicht anders, einem KMT-Dissidenten, der als dritter Präsidentschaftskandidat mit drei Prozent der...


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