Räucherkerzen am Ahnenaltar

Vietnamesen zwischen Weihnachten und Tetfest

  • Von Marina Mai
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Tetfest? Anna Duong weiß noch nicht, was das ist. Immerhin liegt das letzte Tetfest schon ein Jahr zurück, viel Zeit im Leben der neunjährigen Vietnamesin. Dass nach dem traditionellen Mondkalender am Montag in China und Vietnam ein neues Jahr beginnt, weiß das Mädchen noch nicht. Für ihre Eltern ist das Tetfest das wichtigste Fest im ganzen Jahr und ungefähr so wichtig, als würden Weihnachten, Silvester und die Geburtstage aller Familienangehörigen auf einen Tag fallen.

13 000 Vietnamesen und 5500 Chinesen leben in Berlin und werden in der nächsten Woche feiern. Aber durch viele vietnamesische Familien in Berlin geht ein kultureller Riss. Die Eltern wurden in Vietnam sozialisiert, ehren die Traditionen und sind oft auch schlecht in die deutsche Gesellschaft integriert. Viele hier geborene Kinder wie Anna Duong können mit den Traditionen der Elterngeneration nicht viel anfangen. Dazu trägt bei, dass die meisten Eltern ihr Geld in k...


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