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Raufladen, runterladen, Razzia im Laden

Die Justiz legte die Datentausch-Plattform Mega-Upload still / Deutscher Betreiber festgenommen

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Den Betreibern des Online-Speicherdienstes Mega-Upload wird »organisierte Kriminalität« vorgeworfen.

Internetseiten wie Mega-Upload, Mediafire oder Rapidshare funktionieren als Datentauschplattformen: Jeder kann dort, ohne sich anzumelden, Musik und Filme nach Bedarf zwischenlagern oder herunterladen. Ein Geschäftsmodell solcher Seiten besteht, sieht man von den Werbeeinnahmen ab, darin, den Nutzern für vergleichsweise wenig Geld, 10 bis 20 Euro im Monat, sogenannte Mitgliedschaften zu verkaufen. Nichtmitglieder müssen nicht nur länger auf einen Download warten, auch die Menge des Materials, das ihnen herunterzuladen gestattet ist, ist beschränkt. Ist man Mitglied geworden, wird es einem ermöglicht, größere Datenmengen rasch herunterzuladen.

Gestern wurde eine der populärsten dieser Seiten stillgelegt, mehrere Betreiber der Plattform Mega-Upload wurden von den US-Behörden festgenommen, ein Niederländer und drei Deutsche. Unter ihnen ist auch der halbseidene 37jährige Unternehmer und Millionär Kim Schmitz, der bereits vor zehn Jahren wegen Insiderhandels mit Aktien verurteilt wurde. Die skurrile Figur, die sich auch »Kim Dotcom« nennt, pflegte in der Vergangenheit hie und da exzentrische öffentliche Auftritte. Zur Stillegung der Seite wurde ein nicht geringer Aufwand betrieben: 70 FBI-Beamte durchsuchten bei einer Razzia die in Neuseeland gelegenen Räumlichkeiten der Filesharing-Plattform, die angeblich von 50 Millionen Menschen täglich genutzt wird. Der Vorwurf lautet: Verletzung des Urheberrechts in großem Stil. Die Firma habe mehr als 175 Millionen Dollar »illegalen Gewinn« gemacht und die Eigentümer der auf der Plattform gelagerten Inhalte um eine halbe Milliarde Dollar gebracht.

Netzaktivisten, die sich für einen freien Datenverkehr im Internet engagieren, haben daraufhin die Webseiten großer Unterhaltungskonzerne, des FBI und des US-amerikanischen Justizministeriums attackiert. Hintergrund ist der in den USA schon länger währende Versuch, die fortgesetzte Verletzung von Urheberrechten juristisch zu bekämpfen. Große Konzerne, etwa das marktführende Unternehmen Universal, sehen sich von Online-Plattformen um einen Teil ihrer Profite gebracht, seit immer weniger Datenträger verkauft werden und immer mehr Musik und Filme kostenfrei im Netz kursieren. Um gegen »Online-Piraterie« vorzugehen, wollen die USA - auch, um den Interessen der Konzerne entgegenzukommen - sogenannte Netzsperren einführen, eine hochgradig umstrittene Methode, mit der es auch möglich würde, im Ausland befindliche Webseiten zu sperren, wenn auf diesen urheberrechtlich geschütztes Material angeboten wird. Kritiker befürchten zu Recht, dass es mittels solcher Sperren auch jederzeit möglich wäre, im Netz jede Art von missliebigen Inhalten zu zensieren.


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