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Wunsch und Wirklichkeit

Wie Andre Asriel aus Wien den Holocaust überlebte und in der DDR eine Heimat fand

All die Erinnerungen. Leben in zwei Jahrhunderten. Was für Erfahrungen. Wie schnell Zeit vergeht, wenn neue Zeit entsteht. Der Komponist Andre Asriel steht kurz vor Vollendung seines 90. Jahres: Rückblicke auf ein Leben im Schatten des Holocaust

Andre Asriel auf dem Balkon seiner Wohnung in Berlins Mitte.

Wien, Montag, 26. Dezember 1938, früher Morgen. Es ist dämmrig und schneit etwas. Im ersten Stock in der Heinestraße 42 in der Leopoldstadt brennt Licht. Familie Asriel ist schon auf. Der 16-jährige Andre sitzt am Tisch und sieht seiner Mutter zu. Sie steht vor seinem Koffer und hält einen Pullover in der Hand. Was müsste noch dazu? Immerhin, es ist Winter. Und für den Übergang braucht der Junge auch was. Und überhaupt … wie wird er zurechtkommen?

Es ist eine lange Reise nach London. Paula Asriel wickelt ein Foto von sich in ein Handtuch und legt es zwischen die Sachen. Sie weint. Ihr großer schlaksiger Sohn muss schlucken. Seine ältere Schwester Helene hat schon den Mantel an. Sie haben nicht mehr viel Zeit. Der Zug fährt um 8.12 Uhr vom Westbahnhof. Pass auf dich auf. Schreib gleich. Ich hab dich lieb. Sei vorsichtig. Letzte Worte, Weinen, Winken. Wien bleibt zurück. Andre Asriel wird seine Schwester erst nach Jahrzehnten wiederse...


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