Werbung

Wie Zwangsräumungen verhindert werden können

Hilfe für Berliner Mietschuldner

Die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften in Berlin bemühen sich, Zwangsräumungen von Mietern, die in finanzielle Schwierigkeiten gekommen sind, durch Mietschuldenberatungen zu verhindern. So arbeitet die Gesobau mit dem sozialen Dienst GEBEWO zusammen. Dadurch wurden von bereits 100 gekündigten Wohnungen dieser Gesellschaft im Jahr 2010 lediglich 17 tatsächlich geräumt.

Säumigen Mietern werden außer der Mahnung kostenlose Gespräche zur Lösung ihres Schuldenproblems angeboten. Dabei geht es um Möglichkeiten zur Regulierung der Mietschulden, beispielsweise durch Ratenzahlungen, um Hilfe bei der Beantragung von Sozialleistungen für Mietschuldenübernahme oder andere Verhandlungen bei Behörden und Institutionen, aber auch um Ratschläge zum Wechsel in eine kostengünstigere Wohnung.

Beim Wohnungsunternehmen Degewo, der größten Berliner Wohnungsbaugesellschaft mit über 61 000 Wohnungen, konnten auf diese Weise in den Jahren von 2006 bis 2008 die Räumungsverfahren halbiert und die Folgekosten für Rechtsanwälte deutlich gesenkt werden.

Säumige Mieter werden zunächst schriftlich aufgefordert, sich innerhalb einer Woche mit dem Vermieter in Verbindung zu setzen. Wer sich nicht meldet, bekommt Besuch vom Mietschuldenberater.

Beratungsstellen für Mietschuldner gibt es in fast allen Berliner Bezirken. Man kann sich bei seinem Vermieter danach erkundigen. Der Berliner Mieterverein, der alles unterstützt, was Obdachlosigkeit vermeidet, rät dazu, zunächst zu ermitteln, ob ein Anspruch auf Wohngeld besteht. Diesen staatlichen Mietzuschuss kann grundsätzlich jeder beantragen. Nur Empfänger von Arbeitslosengeld II sind davon ausgenommen, weil ihnen ohnehin schon die Miete bezahlt wird.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!